Inklusion und Diversität

Inklusion und Diversität

In den Angeboten der Fachbereiche Elementare Musikpädagogik, Musik- und Bewegungspädagogik/Rhythmik sowie Elementare Musik- und Tanzpädagogik sind alle Menschen willkommen, die teilnehmen wollen. Jede Gruppe ist heterogen und hat Teilnehmer*innen, die diverse Hintergründe haben und aus verschiedenen Gründen unterschiedliche Fähigkeiten, Fertigkeiten und Interessen mitbringen. In allen Gruppen finden wir unterschiedliche Lernvoraussetzungen wie Lernstil, Lerntempo, Lerndisposition, Lernstand und Lerninteresse. Die UN-Behindertenrechtskonvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen wurde 2008 von Österreich ratifiziert. Besonders in inklusiven Gruppen sind der Glaube an das außergewöhnliche Potential in jedem Menschen sowie die Meinung, dass jeder Mensch ein Grundbedürfnis und Grundrecht auf kulturelle Teilhabe und künstlerischen Ausdruck hat, grundlegend.

Folgende Grundsätze sind wesentlich für den Unterricht mit Gruppen:

  • Inklusive Pädagogik versteht Heterogenität als Normalität. Die Vielfalt und Individualität der Lernenden werden geachtet und wertgeschätzt.
  • Vielfalt und Heterogenität werden als Chancen und Ressourcen erkannt und genutzt.
  • Begabungen und Behinderung werden wertfrei betrachtet. Jede Gruppe ist eine heterogene (mixed-abled) Gruppe und jede Person wird als vollwertiger Spielpartner oder vollwertige Spielpartnerin gesehen.
  • Die volle Teilhabe für jede Person durch diskriminierungsfreie Angebote und angemessene Vorkehrungen, wie Differenzierungsangebote wird ermöglicht. Jede Person soll spüren, dass ihr individueller Beitrag wichtig ist und wertgeschätzt wird.
  • Barrieren werden erkannt und abgebaut: äußere (z. B. bauliche, strukturelle, organisatorische) und innere (z. B. pädagogische, kulturelle).
  • Lernsituationen werden so gestaltet, dass sie unterschiedliche Lernzugänge und -wege ermöglichen. Dies braucht Raum und Zeit.
  • Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf genauso wie Menschen mit typischer Entwicklung oder einer Hochbegabung erhalten Möglichkeiten, ihr Potenzial optimal in der Gruppe entwickeln zu können. Dies wird durch Differenzierung der Inhalte, Prozesse, Lernumgebung und Ergebnisse ermöglicht.
  • In einer Pädagogik der Vielfalt geht es für Lehrende nicht nur um eine Erweiterung des eigenen Methodenrepertoires und des Differenzierens, sondern vielmehr um den Perspektivenwechsel von der teilnehmender Person aus zu denken.

Inklusive Gruppen zeigen in ihrer Heterogenität eine große Bandbreite menschlichen Ausdrucks- und Eindrucksvermögens, aber auch die Notwendigkeit einer differenzierenden und individualisierten Herangehensweise. Die Orientierung an der Diversität des Lebens und das Handeln unter inklusiven Gesichtspunkten sollten neben den musikalisch-tänzerischen und persönlichkeitsbildenden Effekten schließlich auch zu einem gesellschaftlichen Wandlungsprozess beitragen, bei dem alle alles lernen und erleben dürfen und in ihrer Individualität angenommen werden.